Abschied vom leeren Himmel?

Entwicklungspsychologische Einblicke in den Religionsunterricht

| Von Ludger Verst |

Von den zwölf Millionen Schülerinnen und Schülern in Deutschland besuchen zurzeit schätzungsweise knapp vier Millionen, also ca. ein Drittel, den katholischen Religionsunterricht. Etwa ebenso viele besuchen den evangelischen Religionsunterricht, während knapp ein Viertel (24 Prozent) ein Ersatzfach wie Ethik oder Philosophie belegen. Knapp zehn Prozent nehmen weder an einem Religionsunterricht noch an einem der Ersatzfächer teil.

Wenn wir heute über Religion und Religionsunterricht sprechen, dann dürfte klar sein, dass wir dabei die Vorzeichen einer zusehends sich beschleunigenden, einer forcierten weltanschaulichen und vor allem religiösen Vielfalt berücksichtigen müssen. So möchte ich mit Ihnen — ausschnitthaft — einen Blick auf verschiedene religiöse Dispositionen von Jugendlichen richten. Dies deshalb, weil sich Ziele religiöser Bildung in der Schule sinnvollerweise auf solche Dispositionen beziehen sollten. Es ist gut, zentrale empirische Befunde, Erwartungshaltungen von Schülern oder entwicklungspsychologische Erkenntnisse im Blick zu haben. Religionspädagogik und Religionsdidaktik können ja nur insoweit erfolgreich sein, als sie um Ausgang und Ziel ihrer Bemühungen wissen und zwischen beiden geeignete Wege entwerfen.

Der folgende entwicklungspsychologische Durchgang durch unser Thema soll in fünf Schritten zeigen, dass gerade in den kritischen Übergängen, in denen Schüler ihre inneren Konstrukte und Schemata und so eben auch ihre Gottesbilder und Gottesvorstellungen an relevante Außenwelterfahrungen anpassen, enorme Herausforderungen, aber auch Chancen für den Religionsunterricht selbst liegen. An diesen neuralgischen Punkten, den entwicklungspsychologisch notwendigen Sollbruchstellen ihres Glaubensweges, an denen äußerlich wenig sichtbar wird, aber introspektiv Hochbetrieb herrscht, liegen religionspädagogisch wertvolle schöpferische Potenziale.

FORTSETZUNG: Entstehen und Vergehen von Gottesbildern | ONLINE

Vortrag zum Thema „Entstehen und Vergehen von Gottesbildern“ am 12. Oktober 2018 in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungszentrum Hohenheim

© 2018 Ludger Verst

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